Nachhaltige Hochzeitsfloristik aus dem Ruhrgebiet - ein Besuch bei Gabel und Spaten in Marl

Slowflowers, Gabel und Spaten, Nachhaltige Hochzeitsfloristik, Hochzeitsfotografie Janine Piontek

(Unbezahlte Werbung, alles selbstbezahlt)

 

Eigentlich fahre ich nicht gern ins Ruhrgebiet. Zu voll sind mir die Straßen, zu viele Menschen, zu viel von allem. Ich habe es gerne ruhig und ländlich, wenn ich es mir aussuchen kann. Dennoch, an diesem einen Wochenende im August zog es mich in eine Stadt, die ich nur noch aus Kindheitstagen kannte. Marl. Marl verbinde ich einerseits mit Einkaufsbummeln mit meiner Mama im Marler Stern, die liegen so ungefähr 20 Jahre zurück. Und mit dem Chemiepark, den man von der Autobahn aus sehen kann. Mehr kannte ich bisher nicht. Und war bisher auch nicht so interessiert, muss ich ganz ehrlich zugeben, musste ich doch den Zerfall einiger Ruhrgebiet-Randstädte beobachten, die ich in meiner Kindheit in Dorsten häufiger besuchte. Doch an diesem Augustwochenende hatte ich einen guten Grund, denn ich durfte einen Workshop bei Gabel und Spaten besuchen, den ich mir zum Geburtstag von meiner Familie habe schenken lassen. Ich freute mich wie ein kleines Kind am Weihnachtsabend, mit ihren Blumen spielen zu dürfen.

Und so führte mich der Weg herunter von der Autobahn auf Hauptstraßen, die teilweise nur einspurig nutzbar waren, weil die Autos am Rand parkten. Ich outete mich gleich als nicht ortsänsässig, denn im Gegensatz zu den anderen Fahrern bremste ich Landei ab, um den Gegenverkehr durchzulassen, bevor ich die Barriere auf meiner Straßenseite passierte. Ich trat nicht selten auf die Bremse, wenn mir Gegenverkehr frontal entgegenkam, obwohl er das Hindernis auf seiner Seite hatte. Der Schwächere bremst, schien das Motto zu sein. Mein Weg war Gott sei Dank nicht allzu lang, sodass ich nach einem Kreisverkehr und einmal abbiegen die Hauptstraße verließ und nicht ganz schweißgebadet die Einfahrt fand. Und dann war es plötzlich angenehm still. Ich hatte einen Ort der Ruhe gefunden.

 

Hier gingen die Uhren langsamer. Umgeben von Grün stellte ich mein Auto ab und lief auch schon gleich Meike in die Arme. Sie und Bernhard steckten noch in den letzten Vorbereitungen für den Workshop bzw. kümmerten sich noch um ihre zwei bezaubernden Töchter. Ich durfte etwas eher kommen und mich ein wenig mit der Kamera durchs Gelände bewegen. Ich sprach ein paar Worte mit Bernhard und Meike und schaute mich um. Die ältere Tochter bot mir gleich eine private Führung durch die Anlage an, da sagte ich natürlich gleich zu. Sie zeigte mir ihre kostbaren Erdbeerpflanzen, die Hühner, die Gewächshäuser und erzählte mir ganz über ihre Pflanzen. Es hatte ein wenig aus einem schwedischen Kinderfilm, nur dass wir eben mitten in Marl waren und nicht im ländlichen Bereich Schwedens. Barfuß schlenderte sie über die Wege und durch die Beete und hob immer mal wieder eine Blume für mich auf. Dass es sich dabei meist um eine verwelkte handelte, machte die Geschenke nicht weniger kostbar.

 

Irgendwann kamen wir wieder am Ausgangspunkt an. Ich war schon etwas froh, das Mädchen dabei zu haben, sonst hätte ich mich vielleicht verlaufen. Ich widmete mich als nächstes den Blumen, die Meike und Bernhard schon für den Workshop aufgestellt hatten, farblich sortiert in hübschen Vasen. Wie im Traum-Blumenladen sah es aus. Auch ein leckeres Essen stand schon bereit: ein super leckeres Zwetschgen-Crumble mit Vanillesauce und Gurken-Sandwiches. 

 

Nach und nach kamen auch die anderen Teilnehmerinnen an, und dann ging es auch schon los mit dem Workshop in netter Runde. Meike erklärte uns gerade die Grundlagen für das Gesteck, als der Regen über uns hereinbrach. Wir konnten nicht wirklich unter dem Schirm zusammenrücken, auch wegen der Abstandsregeln, sodass wir dann vor dem Gewitter in einen anderen Raum flüchteten. Meike begleitete jeden einzeln mit Schirm, und so kamen wir alle trocken an. Meike war sehr nass geworden, aber das hielt sie nicht davon ab, uns weiter mit guter Laune anzuweisen und unseren Weg zu einem ersten Slowflower-Arrangement zu begleiten. Wir hatten alles bekommen, was man für ein Gesteck ohne Steckmasse so brauchte. Erst kam das formgebende Grün in die kleine Schale, die wir zuvor mit Steckigel und Kaninchendraht vorbereitet hatten und nach und nach die Blumen und die luftigeren Elemente. Immer wieder gingen wir zu den Blumenvasen, um doch noch dieses oder jenes zu holen. Mittlerweile war es auch wieder trocken.

 

Sahen alle Gestecke am Anfang noch sehr ähnlich aus, waren sie am Ende völlig unterschiedlich. Je nachdem, welche Farben und Formen man gewählt hatte, wirkte das Gesteck völlig unterschiedlich. Aber alle Teilnehmerinnen, mich eingeschlossen, waren total glücklich über ihr Ergebnis. Jedes war anders, aber alle gefielen uns total gut.

 

Danke, Meike und Bernhard für diesen tollen Tag bei euch. Es war bestimmt nicht mein letzter Workshop bei euch.

 

Übrigens machen die beiden nicht nur Workshops. Sie bieten auch nachhaltige und regionale Hochzeitsfloristik an. Erinnert ihr euch an die wunderschöne standesamtliche Hochzeit in Dülmen, die ich im Sommer begleiten durfte? Der Brautstrauß und der Anstecken stammte von ihnen. Etwas ganz besonderes haben diese Sträuße. Schaut doch mal bei ihnen auf Instagram vorbei oder auf ihrer Website für mehr Informationen. Außerdem haben sie die Slowflower-Bewegung mit ins Leben gerufen, die immer mehr Zulauf findet von Anbietern nachhaltiger Blumen und Floristik in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Es lohnt sich auf jeden Fall, mal einen Blick dorthin zu werfen. Denn es gibt sie. Pestizidfreie, duftende Blumen aus der Region ohne auch nur einen Flugkilometer.

Slowflowers, Gabel und Spaten, Nachhaltige Hochzeitsfloristik, Hochzeitsfotografie Janine Piontek
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